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Zur Pfingstausfahrt selbst ist ja schon hinlänglich geschrieben und bildlich dokumentiert worden. Aber – was diese Ausfahrt so besonders machte, war neben vielen anderen Dingen auch das Nachtreffen. Man war sich einig, daß diese harmonische Ausfahrt ein solches Nachtreffen verdient und nahm das auch ziemlich bald in Angriff: Ingo, Jens, Andreas und andere verbanden das Treffen kurzerhand zeitlich mit der schon länger geplanten „Märkwürdigen Ausfahrt 2013“ und luden die Pfingstfahrer nebst einigen anderen zum Doppelwinkel  Stelldichein mit kulinarischem Anteil in eine Skihütte im Sauerland. Im Oktober – also null Schnee, aber doch schon recht frisch. Fliegenfänger waren daher nicht von Nöten

Dagmar und ich, die wir Pfingsten noch stolz unsere ID 19 bewegt hatten, sahen uns aufgrund widriger Umstände gezwungen, mit einem schnöden Kia Carnival – dafür aber mit Julchen, dem (Schäfer-)hund, anzureisen. Die Hütte hatte, wenn man sie denn gefunden und über eine Kuhweide und durch den Wald zu Fuß erreicht hatte, den Charme einer Jugendherberge. Zumindest in den Quartieren, wo Männlein und Weiblein brav in getrennten Schlafsälen untergebracht wurden. Heizung und warmes Wasser gabs auch nicht. Aber es gab Holzöfen in den Aufenthaltsräumen und draußen Kerzen/Talglichter (Julchen hat sich prompt den Schwanz verbrannt) sowie Flüssigkeiten, um die innere Kälte zu bekämpfen. Das von mir mitgebrachte belgische (Chemie-) bier fand nur mäßigen Anklang, da man sich an Dortmunder (Hopfen) und französische (Trauben) Produkte hielt. Vielleicht besser so. Zur Stabilisierung des Wärmehaushalts dampfte draußen aber auch ein großer Kessel, von einem russischen fahrenden Händler wohlfeil erworben. Und in dem Kessel – so hatte man es lange vorher vereinbart – wurde unter Andreas‘ fachkundiger Leitung zunächst ein Gemüsesud zubereitet, indem dann etliche Kilo Muscheln ihrer Endverwertung entgegenköchelten.

Denn: „Moules et Frites“ sollten es sein, und die gab es auch! Während draußen viele den Muscheltopf bewunderten und reichlich Bier tranken, wurde drinnen ein kleines Wunder vollbracht. Pommes auf dem Gasherd für 20 Personen, den Damen sei Dank! Spätestens jetzt mußten auch die fleißigsten Biertrinker in die Hütte und wurden von einer Atmosphäre überrascht, die auf den ersten Blick so gar nicht ins Sauerland passen wollte. Der Raum war geschmückt mit Bildern, Postern und Schildern mit Citroen- und anderen französischen Motiven, dazu erklang die entsprechende Musik (Jaques Brel, Edith Piaf etc) von einem 70-80 Jahre alten Wiedergabegerät (Man nannte das damals Plattenspieler).

Am späteren Abend, als alle gesättigt waren, der Rotwein zu Neige ging, wurden noch die Klampfen hervorgeholt. Vom Wolgalied (gell, Uli) bis zu CCR war alles dabei. Der Gesang war – nun ja, zeit-, situations- und pegelgemäß. Weit nach Mitternacht verholten die Letzten in die getrennten Schlafgemächer. Der Legende nach soll ich reichlich Krach gemacht haben, ich habe jedoch nichts davon gehört!

Der nächste Morgen (ca 0700h) sah dann die ersten Kaffeeabhängigen leise zitternd ihrer Sucht frönen. Und wieder geschah ein Wunder: auf einmal war Frühstück da (Croissants!). Das war auch gleichzeitig der Startschuß für das Aufklaren, Abwaschen und den Abtransport der Gerätschaften. Viele Hände, schnelles Ende – dieser Spruch bewahrheite sich auch an diesem Tag und nach kürzester Zeit war alles übergabeklar.  Nach einigen Touren über die nasse Kuhweide (ich glaube, Julchen war die einzige, der das wirklich Spaß gemacht hat, das mit den Kühen) waren die Autos beladen und fertig für die „Märkwürdige“ . Leider nicht für Dagmar und mich, da ich am nächsten Tag zu einer Dienstreise sollte und wir deshalb nach Hause mußten. So sahen wir also aus unserem Kia die DS märkwürdig entschweben – irgendwie nicht in Ordnung . . .

Soweit der Kurzbericht. Zusammenfassend sei gesagt, daß es ein Supertreffen war, das den Geist der Pfingstausfahrt wieder eingefangen hat. Allen, die mit geplant, vorbereitet und gemacht haben, ein ganz großes Dankeschön! Uns tut es wirklich leid, wegen unseres Umzugs nach Lissabon diese gerade gefundene Gemeinschaft in den nächsten 3-4 Jahren nur selten wiederzusehen zu können. Portugal ist zwar nur 2.5 Flugstunden weit weg aber mit einer DS braucht man halt doch ein wenig länger. (Es geht aber, ich hab das 2008 schon mal gemacht!) Aber – wir kommen wieder – und vielleicht verschlägt es ja den einen oder anderen Leser mal nach Lusitanien?

 

Dagmar und Fritz-Jörg Schäfer