Da steht sie – meine „neue“ ID 19 P und es wird Zeit, ihr etwas von ihrer neuen Heimat zu zeigen.

Damit Madame nicht so einsam ist, bietet sich förmlich eine gemeinsame Ausfahrt mit Gleichgesinnten an.

66 PS sorgen dafür, dass wir beide nicht unglücklich darüber sind, mit einigen anderen DS-lern das doch eher flache Münsterland erkunden zu dürfen.
Treffpunkt am 21.04.2013 ist ein kleiner landwirtschaftlicher Weg, unterhalb von Schloss Cappenberg gelegen.

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Dort angekommen, beschnuppern meine ID und ich zunächst einmal die vielen neuen Gesichter.
Das veranlasst uns dann auch gleich einmal zum Einstand einen markigen Begrüßungsspruch in die Runde zu werfen: „was fahrt ihr denn da für neumodische Karren?“, denn weit und breit sehen Madame und ich nur dritte Fronten. Und so hinterlassen wir gleich zu Beginn die erste Duftmarke.
Es wird nicht die letzte bleiben, aber jetzt geht es erst einmal auf den festgelegten Parcours.

Nein, stimmt gar nicht, zunächst einmal wird ein fürstliches (oder sollte ich sagen göttliches?) Frühstück zelebriert. Alle tragen etwas dazu bei, in Form von Ess- oder Trinkbarem, Benzingesprächen oder Unterhaltungsmusik mittels Transistorradio bzw. alternativer Zweitonmusik aus einem kleinen klingenden Würfel mit angebissenem Apfel drauf.
Da das alte Radio nicht mehr benötigt wird, findet sich schnell ein neuer Verwendungszweck und nach einigen virtuellen Lötarbeiten ist das gute Stück schnell zu einer Fernbedienung umfunktioniert.
Ich glaube es anfangs gar nicht, aber man kann die Götter damit wirklich fliegen sehen – Alkohol oder im Kofferraum angebaute Grünpflanzen sind übrigens nicht im Spiel...

Dann geht es aber tatsächlich los – auf die Runde kreuz und quer durch das schöne Münsterland.
Vor Fahranfängern wird der restliche Verkehr aus Sicherheitsgründen ja bekanntlich mit entsprechenden Hinweisschildern gewarnt.
Und so schmückt nun ein weißer Magnet mit roter Schrift mein Heck – bzw. das von Madame.
Auch mit gemeinsamen 100 Jahren kann man offensichtlich noch zu der
Gattung der (Fahr-)Schüler gehören...

Über viele herrliche kleine Straßen und verwinkelte Eckchen geht es dann zum Schloß Nordkirchen, wo eine erneute Pause eingelegt wird und unsere Raumgleiter sich niederlassen können.
Apropos Raumgleiter: vermisst wird eine goldene Rakete (interne Typenbezeichnung DS 21 i.e.), die pünktlich zur Tour ihren Dienst verwehrt.
Glücklicherweise ist eine Alternative in Form einer Enfield Bullet schnell gefunden, da sie als Back-up in der gleichen Garage nächtigt – nur für den Fall, das die Rakete mal nicht abheben will...
Raumgleiter, Raketen... - das erinnert auch an unendliche Weiten – wir schreiben das Jahr 2013.
Diese eröffnen sich dann auch im Schlosspark: wohin das Auge reicht, Grünanlagen und üppig angelegte Bepflanzungen.
Und so nutzten wir die Zeit für einen gemütlichen Spaziergang durch die Schlossgärten.  
Irgendwann reichen die unendlichen Weiten dann auch unseren Füßen und es geht zurück zum Schlafplatz unserer mittlerweile flachliegenden Vehikel.
Nachdem sich eine Sänfte nach der anderen wieder erhoben hat, geht es dann im Schritttempo durch das Eingangsportal zum Fotoshooting.
Der Fotograf scheint nicht nur junge Mädels zu mögen, denn er nimmt unsere betagten Damen äußerst interessiert vor die Linse, aber schließlich haben sie ja auch alle ihr Sonntagskleid übergeworfen.

Wiederum geht es über viele kleine verwinkelte Sträßchen und Wege über einige Hydraulikteststrecken zum nächsten Zielort, dem Schloss Sandfort.
Leider ist der schöne Park nicht als Park-Platz ausgewiesen, sodass unser kleines Stelldichein nur von kurzer Dauer ist, denn sechs französische Klassiker am Strassenrand könnten eventuell auf den Gegenverkehr irritierend wirken. Gut Lachen hat da nur unser indischer Geleitschutz, der für seine zwei Räder überall ein passendes Plätzchen findet.
Interessante Gespräche am Straßenrand führen dann plötzlich zu der Erkenntnis, dass neben unseren Fahrzeugen auch der eine oder andere Fahrer respektive Beifahrer Anspruch auf ein H-Kennzeichen hätte, womit dann gleich wieder ein markiger Spruch zur Erheiterung der Gemeinschaft in die Runde geworfen wird – blöderweise wiederum von mir, aber auch diesmal wird die gelbe Karte nicht gezückt.
Ich kann nur vermuten, dass es daran liegt, dass ich selbst Anspruch auf diese „Auszeichnung“ habe... ;-)

Der nächste Spruch lässt nicht lange auf sich warten, als wir zwei unserer Mitfahrer räkelnd auf der Motorhaube Ihrer DS wiederfinden.
Denn ausgerechnet diese DS verfügt über den so umstrittenen Haubengriff.
Ab heute ist diese Bezeichnung Schall und Rauch, denn schnell geht der Name „Räkelgriff“ umher. Es kann nur an dieser wundervoll entspannten Atmosphäre liegen, dass es soweit kommen konnte...

Wir kehren Schloss Sandfort bei Selm den Rücken und machen uns wieder auf den Weg. Vor uns liegt die Schlussetappe unserer märkwürdigen Münsterlandrunde, die uns zum Ende noch durch Waltrop führt. Die Zeche Waltrop lassen wir (leider) links liegen, denn einen Augenblick lang überlege ich, ob es nicht von Erfolg gekrönt wäre, unseren während der Ausfahrt entwickelten „Räkelgriff“ bei Manufactum als edles Accesoires anzubieten, aber wir entschliessen uns dann doch den Tag ohne Geschäftsverhandlungen gemütlich am Hof Niermann unweit des Schiffshebewerks Henrichenburg ausklingen zu lassen. Hebewerke haben wir ja alle selbst unter dem Hintern, sodass wir uns eine Besichtigung sparen und direkt die Kaffee- und Kuchentafel ansteuern.
Abschließend lässt sich feststellen, dass es ein wundervoller Tag war, der mir und meiner Madame viele nette Bekanntschaften beschert hat und Lust auf mehr macht. Genuss pur.

Wer die Route virtuell nachfahren möchte, kann gerne die beigefügte kml-Datei in Google Earth öffnen und sich den Routenverlauf anschauen.

Routenverlauf in google earth, hier klcken.

Herzliche Grüße

Text u. s/w-Fotos:  Michael    Farb-Fotos: Ingo