3ème sortie franco-allemande de Pentecôte à Verdun

Kurz vor Weihnachten 2013 las ich im DSC-Forum über die geplante Pfingstausfahrt nach Verdun. Da sowohl meine Frau als auch ich historisch interessiert sind, und ich Anfang Oktober mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Verdun war, stand sofort fest, dass wir uns um einen der Teilnehmerplätze bewerben würden. Es folgten die Querelen im und mit dem abgeschalteten Forum und schließlich die Geburt des neuen Forums (Danke Harald!).

Die Zeit bis Pfingsten verging sehr langsam, aber Dieu merci - es gab ja immer wieder Updates zur Planung (Danke Andreas, Ingo, Jens!). Dennoch stieg die Spannung immer weiter.

Schließlich stiegen auch wir in unsere konkrete Planung ein: Ein Campingtisch wurde angeschafft, der haargenau auf den „Keller“ im Kofferraum der DS passt, die restliche Ausrüstung überprüft, Werkzeug bereit gelegt. Noch ein Ölwechsel und Abschmieren und damit war die DS bereit.

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Diner
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Friedhof
Fruehstueck
Gruss
Motto
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Picknick
Schatten
Warten auf
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Da wir die weiteste Anfahrt hatten, entschlossen wir uns, die Reise in Etappen zu absolvieren. Die erste davon führte uns am Donnerstagnachmittag über den „Friesenpfeil“ oder „Flèche Frise“ (BAB 31) bis Krefeld. Übernachtung im Hotel Mercure, um schon eine Einstimmung auf Frankreich zu bekommen.

Am Freitag ging es dann über Aachen hinein nach Belgien, Theux wurde gegen Mittag durchquert. Weiter ging es Richtung Verdun mit Tankstopp in Martelange, Luxemburg. Schließlich erreichten wir am Nachmittag Verdun. Auf dem Campingplatz Les Breuils wurden wir von Barbara und Jens herzlich willkommen geheißen. Das Mobilhome, das wir bezogen, war recht komfortabel, es war alles da: Toilette, Dusche, großer Kühlschrank, Herd, Geschirr, Kaffeemaschine. Allerdings war es bei den tropischen Temperaturen im Haus knackig warm. Gegen Abend trafen dann auch die anderen deutschen Teilnehmer ein, und es begann ein fröhliches Zeltaufbauen. Zwei Zelte sind besonders erwähnenswert, nämlich das von Verena und Uwe, das locker als Dackelhotel durchging, und das von Andreas, das vermutlich zweistöckig war und unter Mithilfe aller Anwesenden aufgebaut wurde. Danach saßen wir in einträchtiger Runde beisammen und machten uns, soweit nötig, miteinander bekannt: Andreas, Barbara und Jens, Anna und Ingo, Michaela und Chris, Verena und Uwe, Johannes, Kathi und Ingo, Ute, Finja und Michael, Christa und Wolfgang.

Der Samstag begann um 9 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück; die frischen Croissants und Baguettes waren eine Wonne! So ab 11 Uhr trafen dann auch die französischen Teilnehmer ein, und das Frühstück wurde fortgesetzt, allerdings in etwas anderer Form, denn unsere gallischen Freunde ließen die Korken knallen und nötigten uns den ein- oder anderen Schluck Schampus oder Roten auf oder besser ein. Es blieb allerdings alles im Rahmen, und alle Fahrer waren auch fahrtüchtig.

Es folgte ab etwa 13 Uhr unsere erste gemeinsame Ausfahrt, die uns durch den Argonnerwald zum Fort de Douaumont führte, einem der Schauplätze einer der blutigsten Schlachten des 1. Weltkrieges, mit mehr als 300.000 Gefallenen und mehr als 600.000 Verwundeten. Man kann nur ahnen, welche Gräuel die Soldaten damals erlitten haben. Auf dem Fort wehen übrigens drei Flaggen: die französische, die deutsche und die europäische.

In nachdenklicher Stimmung fuhren wir weiter zum Ossuaire de Douaumont, der zentralen französischen Gedenkstätte für den 1. Weltkrieg, die 1932 eröffnet wurde. Im Ossuaire (Beinhaus) werden die Gebeine von etwa 130.000 nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten aufbewahrt. Der gemeinsame Besuch dieser Stätte war für uns alle sehr bewegend, denn hier standen wir als Freunde nebeneinander, während unsere Großväter oder Urgroßväter damals aufeinander geschossen haben – eigentlich unfassbar.

Am Abend fand ein gemeinsames Abendessen im Restaurant des Campingplatzes statt. Dabei bot sich mannigfache Gelegenheit zum Gespräch mit unseren französischen Freunden.

Nach dem Frühstück am Sonntag ging es auf die große Ausfahrt, die über schöne Nebenstraßen Richtung Lac de Madine führte. Einmal hat der Pfadfinder den falschen Weg gewählt, was zu einem fröhlichen Wendemanöver führte, in bewegten Bildern festgehalten von Johannes: „Die Wende von Dommartin“. Die Fahrt wurde außerdem für zwei Fotostopps unterbrochen. Für das perfekte Bild mussten die Göttinnen natürlich perfekt arrangiert werden, und so ergab es sich, dass die Fahrer schwitzend zentimetergenau rangieren mussten, während sich die Beifahrer/innen in den Schatten der umstehenden Häuser verzogen. Riesigen Spaß hatten wir dennoch. Allein Sébastiens DS war,  wie bei den vorigen Treffen, etwas bockig und wollte nach dem zweiten Stopp nicht so recht anspringen, was aber nur zu einer kurzen Verzögerung führte.

Eigentlich sollte am Lac de Madine auf einer Wiese ein piquenique stattfinden. Wegen der gleißenden Sonne und der tropischen Temperaturen wurde aber Plan B befolgt, und besagtes piquenique in ein historisches Waschhaus verlegt. Die Tische bogen sich unter den mitgebrachten Köstlichkeiten, die von den Anwesenden mit großem Appetit verspeist wurden. Unbedingt zu erwähnen sind die von Alain hergestellten Schokoladentorten mit Doppelwinkel bzw. DS aus Puderzucker als Verzierung. Auch hier gab es wieder reichlich Gelegenheit zur Kommunikation mit den jeweils anderssprachigen Teilnehmern.

Da der Pfingstmontag in Frankreich kein Feiertag ist, verabschiedeten sich einige unserer französischen Freunde bereits am späten Nachmittag. Andere traten mit uns in lockerer Ordnung den Heimweg zum Campingplatz an.  Hier fand gegen Abend noch ein Grillfest statt, das sich bis spät in die Nacht hinzog, zumindest für einige Teilnehmer.

Am Montag gab es nach dem Frühstück tränenreichen Abschied. Wir machten uns wieder auf in Richtung Heimat, über Martelange (Tanken), Theux (Mittagessen), Aachen und fuhren noch bis Schloss Lembeck, wo wir übernachteten. Das Unwetter über Essen und Dortmund bekamen wir nur als Schauspiel am Nachthimmel mit. Natürlich hofften wir, dass die Verdünner aus dieser Gegend unbeschadet die heimischen Gefilde erreichten. Gott sei Dank gab es am nächsten Tag entsprechende Rückmeldungen.

Wir nahmen am Dienstag die A 31 unter die Räder und waren am frühen Nachmittag wieder daheim.

Was bleibt? Wir haben viele nette und interessante Leute kennengelernt, sowohl aus Deutschland, als auch aus Frankreich. Es war erfrischend, wie unkompliziert und reibungslos das ganze Treffen ablief. Wir sind dankbar, dass wir dabei sein durften und werden sicher noch oft an diese wundervollen Tage denken.

Natürlich darf nicht vergessen werden, welche immense Vorbereitung hinter der Ausfahrt steckt. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken bei all denen, die daran beteiligt waren, allen voran Ingo, Jens und Andreas.

Einen besonderen Dank wert sind auch die Fotogalerien im Forum von Ingo und Michael, sowie die Filme von Johannes.

Text: Wolfgang

Fotos: Ingo, Christa und Wolfgang