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THEMA: So war das bei meiner Dame.

So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #123

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Moin moin

Ich will mal den Versuch machen das neue Forum mit etwas DModelligem zu befüllen. Über mein Auto kann ich ewig erzählen, weil es eine einzige Katastrophe war das Gerät wieder auf die Straße zu bringen und die Rückschläge zahlreich. Da das etwas ausufern könnte wird sich die Form des Fortsetzungsromans anbieten. Um schon mal eine Vorstellung davon zu geben was hier in Rede stehen wird:
DSuper aus ' 69 aber schon ' 70er Modell, in AC421 Bordeaux, aus zweiter Hand mit vermutlich erst fünfstelliger Laufleistung aber in recht verlebtem Zustand und dreizehn Jahre gut trocken abgehangen.

Das ist also daraus geworden.





Als Dordognone hatte ich im alten DSCD-Forum über Hintergründe und Umstände meines Fahrzeugkaufs geschrieben. Das war im Sommer 2011.
Am 4.Juli hatte ich den Wagen aus Holland geholt nachdem er wochenlang bei mobile an erster Stelle zu finden war. So sah das damals aus.







Meine Holde und ich hatten einer Sprinter mit Anhänger gemietet und selbst den Transport übernommen. Am Wagen steht der nette holländische selbst DS und CX fahrende Verkäufer.



Gesunde Substanz war entscheidendes Kriterium und gegen allen ersten Anschein brachte 251LV24 die auch mit. Außerdem war Sie wenngleich vergammelt so doch schön komplett und so war meine Erwartung in 6 Monaten fertig zu sein und spätestens im Frühjahr 2012 an den Start zu gehen. Der Plan sah auch gar keine richtige Restaurierung vor, nur eine etwas größere Inspektion. Ich hatte mich da ziemlich verschätzt! Kleine Anekdote am Rande: Viel später erzählte mir der Verkäufer, das DS sich das Auto auch angeschaut, aber nicht gekauft hatte! Dafür habe ich mich bei DS in der Folgezeit durch das halbe Sortiment gekauft.

Was ich aus DDorf alles brauchte und was sonst gemacht werden mußte werdet Ihr dann im Folgenden mal lesen können.

Bis dahin

Stefan
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So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #141

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Prima, das sich immer noch Leute finden die so einen Aufwand treiben !
Glückwunsch dazu !

Ich trage dann auch mal was dazu bei...

Ich bin als Kind ständig in der DS meines Vaters, der bis 1978 drei Stück nacheinander hatte, kutschiert worden ( es gibt schlimmeres )
Das hat ein Trauma ausgelöst dem ich nicht entkommen konnte......
Seit Ewigkeiten fahre ich meine DS als ( fast ) Alltagsauto im Sommer.
Dummerweise MUSS ich auch ab und an den SM oder den 11CV bewegen ;)
2006 habe ich den Chassisbereich saniert.
2012 gab es dann diverse neue Bleche an der Karosserie und neuen Lack.

Ich arbeite ständig an diversen D-Modellen hier aus dem Norden.
Man lernt nie aus.
Anhang:

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bonne route
Torsten
www.veteranenscheune.de

So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #236

  • cendrielle
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Jedesmal wenn ich bei AS24 war, stand sie da. Als erstes Auto in der nach Preis sortierten Liste. Gut, sie sah vergammelt aus, aber irgendwie auch substanziell in Ordnung. Sie wirkte keinesfalls nachlackiert nicht mal gewaschen. Alles schien noch wie ab Werk - keine Spur von Pallas am ganzen Auto. Der Bereich vor dem Kühler war leergeräumt - weshalb wohl?
Auf Anfrage schickte mir der Anbieter Bilder mit demontierten Kotflügeln, geöffneter Kofferraumhaube usw. Am nächsten Tag wurde telefonisch ein Termin am kommenden Samstag zum Anschauen festgemacht.

Bei unserer Ankunft wußte ich gleich das ich die korrekte Adresse angefahren hatte. Im Hof stand neben dem üblichen Wohnwagen ein CX unter einer Vollgarage, ein D Chassis unter einer Plane behinderte die Sicht auf eine 23i im Aufbau.
Das alte Mädchen meiner Gunst stand in einer Schrauberhalle etwas entfernt von dem Haus des Besitzers. Er fuhr vor und während ich noch den Wagen parkte und das Werkzeug aus dem Kofferraum holte, hatte er schon das Tor zur Halle geöffnet und das Auto mit einer Hand an der A-Säule vorgezogen. Dass fand ich schon mal gut - Sie rollte einwandfrei. Bei Licht sah sieh so aus wie eine Vierzigjährige nach vielen durchzechten Nächten, einem 13 Jahresschlaf und ohne Dusche oder Make-Up.

Ganz offensichtlich trug sie eine Reihe von Blessuren am Kleid. Mehr rechts als links; mehr in Form von Beulen, Schrammen und Dellen als von Rost. Besonders die Tür hinten rechts war in Mitleidenschaft gezogen. Vorne auch, aber nicht so schlimm. Die Haube hatte überall Alupest. Die Frontschürze war unten eingedellt. Hinten war eine alte Aluminiumstoßstange ohne Gummis verbaut. Soweit die Karosserie.





Das Chassis war gut. Nur im vorderen Fußraum beidseitig zum Schweller hin würde es bestimmt kleine Blecharbeiten geben. Sonst war nichts auszumachen. Ob im Kofferraum innen oder außenrum, an den Stoßstangenaufnahmen, den Regenrinnen, dem Heckblech, den A, B, C-Säulen, überall das gleiche Bild: Viel Dreck, hier und da etwas oberflächlicher Rost.



Die Haltenase für die Spange der Dacheinfassung war komplett weg und die Spange hielt nur noch aus gutem Willen, deshalb wohl waren die Leisten so schief. Dach und Windschutzscheibendichtung hatten es auch definitiv hinter sich. Der übrige Dachrahmen war unversehrt.



Im Motorraum gab es einen Motor. Der Verkäufer hatte versichert das der frei drehen würde und sie sollte vor dreizehn Jahren auch noch gelaufen sein. Nun, der Motor drehte frei obwohl der Anlasser sich dabei gut mühen mußte. Anspringen wollte sie aber nicht und es gab trotz Direktverkabelung auch keinen Zündfunken. Das überraschte nicht, denn die vorhandene Verkabelung war in einem desaströsen Zustand.



Genau wie der Heizungskühler bzw. das Ventil, die offenbar lange undicht waren. Das schien auch für den Motorkühler zuzutreffen, der gut grüne Patina am oberen Wasserkasten zeigte.
Die Lenkung wurde rechts mit einer Plastiktüte und Klebeband gegen Dreck geschützt weil vermutlich die Manschette defekt war. Links war sie es jedenfalls nur fehlte dort das Plastik - kommt man ja auch nicht so gut hin!



Bremsscheiben wären noch sehr brauchbar gewesen wenn der Abtropfschlauch am Kühler verbaut gewesen wäre. War aber nicht und deshalb Scheibe rechts außen stark abgenutzt, Belag desgleichen. Beim Auspuff Flexrohr tot, Endrohre und Topf tot.

Innen war sie gut gebraucht. Vordersitze beide verbraucht. Bezüge tot. Schaumkern Fahrerseite teilweise abgerubbelt. Hintere Polster sonnenverwöhnt und ausgeblichen. Türverkleidungen würde man evtl. retten können. Fensterkurbeln vorne beide gebrochen. Lenkradwickelung fehlte und wurde durch einen - auch schon halb abgängigen - Lederbezug mehr karikiert als ersetzt. Kein Radio, sonst alles da und schmutzig.





Wenn man es jetzt so liest, würde man einem Ratsuchenden wohl mehrheitlich raten, die Finger weg zu lassen. An dem Auto mußte überall was gemacht werden; Zudem verblieb ein erhebliches Risiko weil man den Motor noch nicht gehört hatte. Was war mit dem Getriebe, der Hydraulik? Lauter Unbekannte.

Ich habe sie denn auch nicht gekauft sondern den Heimweg angetreten, weil ich diesmal kein zweites Objekt zum Besichtigen avisiert hatte. Auf dem Weg begann das Abwägen. Originales Auto, trotz aller Schäden noch schön strakende Karosse. Komplett. Die Motoren gelten eigentlich als haltbare Bauerntriebwerke, desgleichen die Getriebe. Die Schäden am Blech würde man reparieren können, Lack würde sich finden. Bremsen, Reifen, Kühler hätte man auch so gemacht, Auspuff ist Verschleiß. Aber die Arbeit, das würde Monate dauern; und der Platz den das zerlegte Auto brauchen würde. Und die Teile, das müßte man erst mal recherchieren. Dann die Elektrik, alles total marode, wer weiß wo der Kabelbaum sonst noch kaputt ist. Andererseits war das Chassis echt gut und es würde nur wenig zu schweißen geben. Und Sie war offenbar noch nie auseinander gewesen, litt eher unter Reparaturstau als Basteleien. Das wäre doch zu schade zum Schlachten! Und ich wollte mich ja auch gern mit der Materie vertraut machen, damit ich später nicht bei jedem Flackern einer Kontrolleuchte gleich einen Herzkasper bekomme. Und das Chassis war prima! Und der Holländer hatte ja von einem anderen Kabelbaum gesprochen, den ich haben könnte und der noch gut sei. Und wirklich teuer war sie ja nicht, aber sie war auch nicht angesprungen, und man soll kein Auto kaufen ohne den Motor gehört zu haben. Und dann erst die Hydraulik..................

Die folgende Nacht war kurz und am nächsten Tag begann meiner Holden die Sache mit dem Abwägen gehörig auf den Geist zu gehen. Sie sagte aber nicht: "Entscheide dich jetzt mal und hör endlich auf hier rumzugrübeln!" Sie sagte:"Wenn Du das Auto haben willst dann ruf da jetzt an und sag ihm das."

Ich ging dann zum Telefon.


wird fortgesetzt

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So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #254

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Sehr authentische Schilderung,

hinterher ist man immer schlauer, die berühmten Weisheiten:

billig kaufen, viel reinstecken
teuer kaufen, viel reinstecken
teuer kaufen, nichts reinstecken
billig kaufen, nichts reinstecken

alles schon miterlebt....... :S

bin auf die Folge 2 gespannt !

Andreas

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So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #256

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Ganz großes Kino.... :cheer:

Bitte bald weiter machen....

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viele Grüße,
Harald

Nur die eigenen Fehler bringen einen weiter... :woohoo:

auto.gaffry.de ; oldie-AB.de ; iccovomrosenbuel.de ; KromisVbH.de

So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #261

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Zitat: Sie sagte:"Wenn Du das Auto haben willst dann ruf da jetzt an und sag ihm das."


Ich saß in meinem Büro und überlegte: "Kaufst Du den Break oder kaufst Du ihn nicht?"

Da erreichte mich eine Mail von ihr mit Vorschlägen für das Nummernschild.

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So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #262

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Du hast den 2. Motor vergessen :)

Henriette schrieb: Zitat: Sie sagte:"Wenn Du das Auto haben willst dann ruf da jetzt an und sag ihm das."


Ich saß in meinem Büro und überlegte: "Kaufst Du den Break oder kaufst Du ihn nicht nicht?"

Da erreichte mich eine Mail von ihr mit Vorschlägen für das Nummernschild.

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So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #263

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den mit den drei oder den mit den vier Zylindern? :)

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Michaela & Chris

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So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #264

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vorn oder hinten ?

Noch kann ich das Paris Layout ändern....... :sick:


gute Nacht an den Rhein


Andreas

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So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #324

  • cendrielle
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Schon früher, also noch zu Produktionszeiten, hatte die DS für mich etwas Suspektes. In unserem Bekanntenkreis gab es niemanden, der Citroen fuhr. Mein Vater als notorischer Fordfahrer hätte sich nie "so etwas" gekauft. Meine Mutter hatte allerdings zwei mal eine Ente. Falls gelegentlich eine DS beim sonntäglichen Autogucken in Sicht kam, wurde sie als potenzielles Kaufobjekt konsequent ignoriert. Vielleicht war es eine postpubertäre Trotzreaktion, daß ich so eine Karre ultimativ cool fand und unbedingt eine wollte. Das ging in den Achzigern auch noch ganz billig, zum Studententarif halt. Von dem ersten Auto habe ich keine Bilder gefunden, aber sie sah aus wie die Aktuelle, nur mit großen Radkappen und Chromgriffen. Die war echt vergammelt und mußte dann weg. Ersatz war aber schon da. Auch nicht viel teurer aber sehr viel besser als Göttin Nummer 1. Lange gefahren bin ich mit Göttin 2 auch nicht. Selbst schuldlos gewesen aber von der Versichrung mit dem Gebrauchtwagentarif abgespeist worden. Pech gehabt.







Ich habe dann umgeschult auf Sternenkreuzerkapitän. Das war auch cool, fuhr gut und als Diesel günstig; Merke: hinsichtlich der strukturellen Integrität der Karosserie ist selbst ein schwer angerosteter Mercedes einer DS um Längen voraus. Und die Heizung ist erheblich besser!

Die Jahre vergehen, die erwartbare Restlebensspanne wird kürzer, da kann man ruhig mal etwas an der Risikoschraube drehen und seinen Einsatz erhöhen. Im Interesse gehobener Fahrkultur und kuscheliger Fortbewegung durfte es wieder ein Doppelwinkel sein. Deshalb war ich mit meiner Holden, gemietetem Sprinter und Anhänger auf dem Weg nach Gelderland. An der Halle wartete schon der Verkäufer. Das Auto aufzuladen ging besser als erwartet.Rausschieben; "Wo hängen wir denn das Seil von der Winde ein?"; "Hier am Schwingarm! Mach ich immer so - ist schehr schtabiel!" Hat auch prima funktioniert, sie war binnen 10 Minuten aufgetrailert.

Nun schnell zu dem anderen Kabelbaum der zum Angebot gehörte. Den mußte ich natürlich erst ausbauen - aus einer 21iBW! Das Brett war noch drin, nur der demontierte Instrumententräger gab Zugang. Ich hatte das sogar selbst vorgeschlagen, weil es sich schon früher als gute Praxis erwiesen hatte, erst mal auf dem Schrott bei der Demontage zu üben und hier hätte ich sogar kompetente Hilfe gehabt. Während ich so rumbastelte trug der Verkäufer den Beifang zum Sprinter. Motorhaube, Kofferdeckel, anderthalb Satz Targapolster, ein Ersatzkühler (leider zweireihig), Luftführung, Stoßstangen, Kennzeichenträger und etwas Kleinkram. Dafür hatte ich nicht um den Preis gefeilscht! Mit Handschlag und der Zusicherung, das ich ihn jederzeit wegen Rat kontaktieren könne, haben wir uns getrennt; Gleich nachdem die Ehefrau die noch zu Hause liegenden Papiere gebracht hatte.

Auf dem Freizeitgelände, das ganz nahe lag, fand an diesem Wochenende eine Musikveranstaltung/Konzert/Festival/Keine Ahnung was genau, statt. Jedenfalls waren da jede Menge Fußgänger, durch die wir mit unserem Gespann doch leicht entschleunigt wurden. Erst mal auf der Autobahn entwickelte sich die Heimfahrt dann sehr entspannt; Ja ich hatte das Gefühl das der Zug mit Göttin besser lag und lief als auf der Hinfahrt. Sicher ein gutes Omen. Immer wieder schaute ich mir im Rückspiegel an, was ich da hinter mir her zog und meine Stimmungslage oszillierte irgendwo zwischen neuen Besitzerstolz mit kleinen innerlichen Glückshüpfern und und einer eher rationalen, sich ständig erweiternden, Addition von notwendigen Arbeiten und den zu erwartenden Aus- und Aufgaben.



Die Sonne stand schon tief als wir unser Ziel erreichten. Die Schrauberkollegen, die mir für mein Vorhaben Asyl gewähren wollten und die ich - es muß einmal ausgesprochen werden - in der seither verflossenen Zeit echt liebgewonnen habe, halfen beim Abladen. Der Zustand des Neuzugangs wurde insgesamt eher kritisch beurteilt. Von einem noch halbwegs ermutigenden "Da hast Du Dir aber viel Arbeit gekauft" bis zur Feststellung "Den kriegst Du doch nie wieder fertig" und "Franzosenscheixxe" reichte die Spannbreite der Kommentare. Mir wurde bewußt, daß ich in Zukunft verstärkt Aufklärungsarbeit würde leisten müssen was die solide Substanz und unbedingte Originalität und Erhaltungswürdigkeit des Fahrzeugs betraf. Und das eine Göttin immer weiblich ist, klare Sache eigentlich, sollte ich wohl noch einmal besser verdeutlichen!

Als sie dann endlich auf ihrem neuen Platz stand und kurz bevor wir alle nach Hause gingen, habe ich es gewagt, ihr einmal kurz mit der Hand über das schrundige GFK ihres Daches zu streicheln. Ein erster zärtlicher Versuch der Kontaktaufnahme. Hoffentlich würde sie nicht so schrecklich unnahbar sein!



cu

Stefan

wird fortgesetzt

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So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #798

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Der Sonntag begann so sonnig wie der Samstag endete. Um 10.00 machte der Autovermieter auf. Um 10.15 stand ich mit dem Leihgespann zur Rückgabe auf dem Hof. Dann sofort in die Werkstatt. Erst mal alles etwas säubern um besser zu sehen was ich mir da ins Haus geholt hatte. Dann grob mit der Demontage beginnen und erste Arbeiten machen, die keine großes Investitionen bedingen. Wenn man dann den Notschalter drücken muß ist wenigstens nicht ganz so viel Geld verbrannt. Außerdem steigt der Grad der Vertrautheit mit dem Objekt.
Am rechten Kotflügel mal etwas Politur aufgetragen.



Oha, das glänzt ja richtig


Die großen Beulen und Dellen rechts und die kleinen Macken links traten nun deutlich hervor.







An der Technik von#1 und #2 hatte ich nicht viel gemacht. Mangels Forum war mein Problembewußtsein damals total unterentwickelt. Repariert wurde nur was kaputt ging oder unangenehm auffiel. An der Roten zickte der Anlasser, eine Hydraulikleitung war durchgefault , der Druckspeicher hätte längst gewechselt werden müssen. An der Grauen ist während der Fahrt eine Federkugelmembran geplatzt, der Öldruckgeber ausgefallen und die Auslaßkipphebel und -wellen wurden von mir gegen Exemplare aus dem CX getauscht. Die gab es damals ausreichend auf den Schrottplätzen, sie hatten zudem eine umlaufende Schmiernut und schienen auf jeden Fall besser als die riefigen Originale, mit denen sich das Ventilspiel nicht vernünftig einstellen ließ. Sonst hatte ich mehr mit Spachtelmasse und Popnietzange gearbeitet und war über das Wechseln der Kontakte und Zündkerzen sowie die essentiellen Einstellarbeiten nicht hinausgekommen.

Wie die Kotflügel abgingen wußte ich aber noch. Darunter sah es aus wie erwartet - dreckig aber solide. Hinten wie vorne. Das bei Scheunenfahrzeugen obligatorische Nußschalendepot in Motorraum und Kotflügel gab es auch. Unter den Schwingarmabdeckungen war das Resultat regelmäßiger Abschmierarbeit zu sehen, gemischt mit - Nußschalen.










das hier wird fortgesetzt.
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So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #1046

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hallo stefan,

das liest sich gut!

nüsse
nüsse....
ich finde wir sollten einen nusschalen-scheunenautofred aufmachen. B)

grüße
thomas

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Citroën DS20
...kennst du eigentlich auch "normale leute"?

So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #1129

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Ein kleiner Einschub.

Beim Stöbern habe ich den Text wiedergefunden, den ich einst im DSCD Forum eingestellt hatte. Gleich nachdem ich den Wagen abgeholt hatte und in dem meine damalige Euphorie durchscheint. Eigentlich paßt der auch aktuell noch. Ich habe allerdings im DSCD Forum nie wieder etwas gepostet, weil das Lesen mich immer schon weitergebracht hat.
.
Obwohl es eine gewisse Redundanz gibt, füge ich das an dieser Stelle nochmal ein:





Nach einer geraumen Zeit des passiven Mitlesens und Aufschlauens - danke dafür allen aktiven Forenteilnehmern - ist für mich nun der Moment gekommen, an dem ich eine Vorstellung für angebracht halte. Der Grund dafür ist ein vermutlich rasant ansteigender Beratungsbedarf meinerseits. Dies wiederum wird bedingt durch den Umstand, daß ich mir wieder einen Ölgleiter gekauft habe. Genauer gesagt ist es nun die dritte Göttin, der ich meine Verehrung zu schenken wage. Zählt man meine Einsteigerente und die beiden meiner Holden dazu, wäre dies dann mein sechstes Auto mit dem Double Chevron insgesamt.

Wer jetzt eine kontinuierliche Citroen Biografie vermutet, irrt allerdings. Die letzte Ente ist vor mehr als einer Dekade infolge akuter Osteoporose mit anschließendem Genickbruch von uns gegangen und die Anbetung meiner früheren ID 20 liegt schon ein viertel Jahrhundert zurück. Insofern entspreche ich als heute alter Sack dem verbreiteten Vorbesitzer - Hassbild, nämlich dem Studenten der ein cooles Auto billig zusammenflickt und aufbraucht. Für meinen ersten Citroen mit bösem Blick Serienmäßig trifft das im vollen Umfang zu! Für 500DM ohne Ahnung aber mit Rest-TÜV vom Onkel eines Kumpels aus sechster Hand gekauft, irgendwie ans Laufen gebracht (nach zwei Wochen wurde die Tante langsam ungehalten, weil sie die Garage nutzen wollte), mit Popniettechnik! die üblichen unteren 20 cm verschlimmbessert, von einem Bekannten billig lackiert, Zierleisten aus dem Zubehör aufgepappt, mit Teilen eines Schrottplatzfundes (Ja, die gab es damals noch) innen leicht pallatisiert und dann ein gutes Jahr gefahren. Ein Seitenschaden hinten rechts, den ich beim ungeschickten passieren unserer Hofeinfahrt verursacht hatte, führte mich während meiner Suche nach Blechersatz zu ID20 Numero deux.

Ein Wagen aus belgischer Produktion mit 76tkm auf der Uhr. Gris Kandahar / Toit noire (aus Alu) / Rouge cornille innen in schön. Zur Ersatzteilgewinnung war der viel zu schade, außerdem wollte der Zweitbesitzer ihn trotz mehrjährigem Stillstand nicht in Teilen abgeben. Für 1800DM habe ich zugegriffen. Auf eigener Achse dann mit roter Nummer 150Km nach Hause gefahren. Dieser Wagen war um Klassen besser als der erste in Bordeauxrot. Trotzdem hatte er an vielen tiefen Stellen der Karosse den üblichen Rost und verlangte nach Blechersatz. Am Chassis gab es nur ein kleines Loch im Bodenblech und angenagte hintere Kotflügelauflagen zu beklagen. Diesmal wurde nicht gepoppnietet sondern geschweißt, wobei das optische Ergebnis auch nicht so sehr viel ansprechender geriet. Der Wagen fuhr fast ein halbes Jahr ganz prima, bis dann eines schönen lauen Abends im September das göttliche Gleiten ein abruptes Ende nahm.
An roter Ampel stehend, Betrunkener zu schnell und unaufmerksam, vereitelter Fluchtversuch zu Fuß, Fahrzeug nicht versichert, meine ID Totalschaden. So könnte man das abenteuerliche Geschehen in kurzen Worten zusammenfassen. Wer mal bei Youtube die einschlägigen Videos gesehen hat, weiß wie sensibel die Struktur des VGD auf Karambolagen reagiert. Ich war jedenfalls am Boden zerstört und habe als nächstes Fahrzeug einen Panzer aus Schweden erwählt. Nicht etwa wegen einer Angstneurose, sondern vielmehr weil der Verkäufer den verunfallten Citroen in Zahlung nahm. Eine ähnlich gute Göttin zum bezahlbaren Preis - wir erinnern uns: Student - wiederzufinden erwies sich bereits in den achziger Jahren als reichlich schwierig. Dem Volvo folgte eine ganze Reihe verschiedenster /8 Modelle von Mercedes, schließlich ein VW Bus, ein DKW 3=6, ein 190er Ponton. Die letzten drei habe ich auch noch. Einen mit Drehstäben, einen mit Blattfedern und einen mit Schraubenfedern. Um das Thema zu erweitern ist es also ganz naheliegend wieder ein Fahrzeug mit Hydraulikfahrwerk zu beschaffen.

Meine Wahl fiel auf eine Doublette meiner ersten ID20. Bordeauxrot (AC421) mit Stoff rot cornille. Erstzulassung Dezember 1969, also noch mit aufgesetzten Türgriffen. Bis 1997 war sie im Departement 24 Versteuert, die Gültigkeit der Controle Technique lief 9/97 ab. Vermutlich ist sie dann beim anstehenden Prüftermin gescheitert. Ein halbes Jahr später wurde sie jedenfalls nach Holland verkauft, wo sie in einer Scheune zwischengelagert wurde, um später mal restauriert zu werden. So machte der holländische Verkäufer es jedes Jahr: Im Urlaub eine DS mitnehmen, fertigmachen, verticken und von dem Geld den nächsten Urlaub machen. So müssen es auch viele andere außer ihm gemacht haben, denn der halbe holländische Markt besteht nach meiner Einschätzung aus solchen restaurierten ID Importen. Der wirklich nette und entgegenkommende Holländer wußte beim Einkauf auch wohl recht gut was er tat. Als ich zur ersten Besichtigung zu seiner Wohnadresse anreiste, konnte man in der angrenzenden Garage eine wunderbare 23ie Pallas H in Gris Nacre mit allem bewundern, die er nach einem Unfall auf einem gesunden Chassis wieder aufbaute.

Nach diesem Anblick mußte die erste Sichtung der in Frage stehenden Dspecial fast zwangsläufig enttäuschen, obwohl die vorab übermittelten Bilder durchaus ehrlich waren. 13 Jahre Standzeit. Vermutete 196K auf der Uhr. Auf den ersten Blick ein Wrack! Lack total matt. Motor springt nicht an, dreht aber frei. Innen, besonders vorne total, total, total verschlissen. Streifschaden hinten rechts Tür und Kotflügel. Fortgeschrittene Alupest auf der Haube vorn. Rostpickel an Kante Kofferraumdeckel. Dach, Frontscheibe und Scheinwerfergläser mit Acryl, Kleber oder was weiß ich nachgeschwiemelt. Dachdichtung tot. Plastikfolie um die rechte Lenkmanschette läßt auch Böses ahnen (Die Controle Technique!). Kabelbaum total marode, geschrumpft, brüchig, freiliegende Kabelabschnitte. Wickelung vom Lenkrad abgängig.
Aber: Der Wagen ist sehr komplett und "Dans son Jus". Die Karosserie strackt schön und scheint nie auseinander gewesen zu sein. Alle Türen schließen leicht wie sie sollen. Das Chassis ist komplett hart, der gesamte Boden des Autos ist weiß. Auch an kritischen Stellen waren keine Löcher festzustellen. Die Kotflügelauflagen sind 1a, Die Türböden - man staune - original und brauchbar, ebenso die Kotflügel. Vorne ohne Rost unter den Gläsern, an der Seite und unten fast ohne Rost. Die hinteren zeigen nicht mal den allfälligen Rost oben und unten im Bereich des Trägerblechs. Der Dachhimmel löst sich zwar beulig an den Rändern ist aber sonst tadellos und C-Säulenverkleidungen mit Originalbespannung sind auch mit dabei. Der Verkäufer gab auch noch ein paar andere nette Sachen dazu, wie etwa Ersatz für die Stoßstangen, einen Kühler, eine schöne Lufthutze, beide Hauben sowie Sitze in Targa braun und schwarz. Es gibt sogar ein Ersatzschlüsselbund. Das Wagenheber und Andrehkurbel anwesend sind scheint da fast schon selbstverständlich; selbst die Betriebsanleitung auf Französisch findet sich im Handschuhfach.

Heute haben wir sie abgeholt! Vor Ort noch den guten Kabelbaum aus einer 21ieBW ausgebaut! Während der Rückfahrt immer wieder in den Rückspiegel geblickt und innerlich frohlockt. Als ich dem Verkäufer gedankt habe, das er mir den Wagen überläßt, meinte er, daß ich wohl das bessere Geschäft gemacht hätte. Er habe mal zurückgerechnet, was er damals in Francs bezahlt hatte und das wäre nur unwesentlich weniger als ich ihm jetzt zahlen würde. Trotzdem solle ich mich mit Problemen oder Teilewünschen gerne an ihn wenden. Ich liebe die Holländer!

Ich hoffe jetzt den anstehenden Aufgaben gerecht und der Probleme Herr zu werden. Eine Aktion wie Tomsail (Darf ich dich Schraubergott nennen?) erwäge ich aber nicht. Optisch will ich sie gern möglichst nah am Original erhalten und plane, auch wenn es angesichts der Zustandsbeschreibung absurd klingt, erst mal nur gründliche Reinigung. Dann Kabel, Motor und Hydraulik. Dann erst mal das Dach und danach innen was machen. So ungefähr - oder ähnlich - mal sehen was ist.

Der geneigte Leser sollte sich nun eine hinreichende Vorstellung gebildet haben, deshalb soll es das von meiner Seite zunächst gewesen sein. Ich hoffe nun auf freundliche Aufnahme hier bei den Kollegen von der göttlichen Fahrkultur und wünsche vorläufig allen anderen, später dann auch mir selbst, eine stets gut gleitende Fahrt.

stefan
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schön zu lesen. Merci

Gruss
Siggi

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Le bonjour de Moselle
Siggi



DS20Super, 10/1970 , 90PS , AC084 Ivoire Borely , Frankreich

So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #1158

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schöne und zutreffende Beschreibung Stefan,

die freundliche Aufnahme ist garantiert !






Andreas

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Das ganze Saubermachen ließ sich gut an. Falls irgendwo mal der schwarze Chassislack abblätterte kam darunter in aller Regel rosa Grundierung ans Licht.





Was man auch anfasste, alles war besser als es aussah. Das galt auch für den Innenraum. Einmal geputzt war das alles gleich viel schöner. Die Pedalgummis sahen nicht nach 196K aus. Sollte sie vielleicht doch keine so bewegte Vergangenheit haben?




Nun aber zur Frage: warum springt der Motor nicht an. Wie sieht der überhaupt unter dem Ventildeckel aus? Mal sehen. Überraschung! Alles schön sauber, keine Ablagerungen zu sehen. Wasserpumpe und Verteilerwelle ohne Radialspiel. Der Lüfterradtest ergibt auch nichts Beunruhigendes. Der Motor ist dann für mich schon mal gesetzt, wenn der nicht anläuft kann das nur Kiki sein.
Also: Vergaser ab und reinigen, Kontakte und Kondensator besorgen, Typ1 Batterie beschaffen.

Die kaputten Lenkmanschetten würde der TÜV nicht übersehen, die Lenkung mußte raus. Bevor ich das machte, wollte ich aber die Werkstatthandbücher konsultieren -> Bestellen. Lüfterkasten konnte auch ab, weil 1. der Motor quietschte und 2. der Heizungskühler undicht war, den man wegen einer Spange an dem Wachsröhrchen nicht einfach nach oben ausziehen kann. Den Heizungskasten habe ich zerlegt. Lüftermotor demontiert, gesäubert, leicht neu gefettet, die Kohlen waren fast unbenutzt, zusammengebaut, getestet. Astrein! Mein erstes Erfolgserlebnis.

Mit dem Heizungskühler zum Kühlerbauer. Diagnose: Riss unter dem Einlaufrohr könnte problemlos gelötet werden, aber das Netz sei verstopft. Kostenpunkt irgendwas bei 130€. Da war ja der AT-Kühler von DS ein Schnäppchen. O.K. Das verstopfte Netz ließ sich recht einfach freispülen. Nach einer Nacht mit Zitronensäure war die Sache wieder durchgängig. Der Riss unter dem Einlaufrohr ließ sich tatsächlich auch von mir problemlos löten. Das Heizungsventil erwies sich als intakt und der Kasten konnte wieder montiert werden. Klasse: das war schon mal billiger als Erwartet. Meine erste reparierte Baugruppe.



Der nach Ausbau des Motorkühlers leicht möglichen Zugang zum Pumpenrad wurde schnell genutzt um eine Bohrmaschine anzusetzen und die Pumpe zu betätigen. Die kleine Bosch legte erst mal gut los, aber als ich die Druckschraube angezogen hatte ging ihr schnell die Puste aus, ohne das das Auto sich aufgerichtet hätte. Der Bohrhammer, natürlich ohne Schlagwerk, hatte erheblich mehr im Ärmel, mußte sich aber ebenso anstrengen. Noch etwas orgeln, dann kam sie erst hinten und schließlich auch vorne hoch. Plötzlich drehte der Bohrhammer frei - Abschaltdruck erreicht. Im 7 Sekundentakt schaltete der Druckregler ein, was auf einen völlig verbrauchten Druckspeicher hindeutete. Die Lenkung wurde leicht, ja das Auto federte sogar auf beiden Achsen - und das gar nicht mal so schlecht! Undichtigkeiten waren nicht zu hören und erst am nächsten Tag hinten rechts am Kaffeebecher zu sehen.

Nun konnte die Lenkung angegangen werden. Da die soweit zu funktionieren schien, wollte ich nur neue Manschetten machen. Aber wie? Thomas Zink hatte eine Methode per Ringschlüssel zur Überwindung des Mittelbolzens gezeigt, ich selbst hatte etwas mit einer Regalstange im Sinn, der Holländer riet zu einem einfachen Blechstreifen. Damit habe ich es auch gemacht, weil das Werkzeug so schön schnell zu bauen war. Vom Profi-Montagetip die Bälge in Benzin einzuweichen habe ich Abstand genommen und mich auf Silikonöl als Gleitmittel beschränkt. Himmel ging das schwer!


Leider bin ich auch der Versuchung erlegen und habe sie anschließend lackiert. Immerhin: der Farbton Chromoxidgrün passt - die Spurstangen sind original.



Das Armaturenbrett mußte schon wegen der Kabelbaumproblematik entnommen werden, die Lenksäule wegen der Umwickelung. Beim Wickeln dann das Unheil: zu fest gezogen, zu warm gefönt - das Plastik war nach ca 1/3 Strecke gerissen. Zwar könnte man mit dem Band wohl auch ein großes Lenkrad wickeln, aber 1/3 ist keinesfalls drin. Gottlob ist das Material ein Thermoplastischer Kunststoff. Nach etwas experimentieren gelang es mir, die Enden per Lötkolben wieder zu verschweißen.



In das Stadtmauernbrett sollte natürlich ein Radio. Die Lösung von Thomas mit dem "Minden" fand ich ästhetisch etwas unbefriedigend und habe mich wegen des Designs der Bedienwippe für ein "Bonn/Ludwigshaven" entschieden. Die Blende aus einem alten Passat fand sich im Fundus meines Bruders, die kleinen Knöpfe saßen früher auf einem Gelhard Radio. Die Blende zu silbern war nur ein Versuch. Ein MP3 Anschluß war auch vorgesehen und installiert. Den mußte ich leider wieder zurückrüsten, weil der Anschlußstecker die Platine beschädigt hatte. Deshalb kam ich auch nicht umhin, ein weiteres Ludwigshaven zu beschaffen, diesmal etwas älter und noch mit Klangwaage, dafür aber erst mal ohne MP3.






geht noch weiter
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So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #1641

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supergut!

grüße
thomas

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...kennst du eigentlich auch "normale leute"?

So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #2166

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Alldieweil hatte ich mich auch schon mal mit dem Ersatzkabelbaum aus der 21i.E.BW befaßt. So ganz tacko war der leider nicht. Das dicke Kabel von Lima zu Batterie, von dem die anderen Stromkreise abgehen, war brüchig. Die Abzweige konnten aber entcrimpt und weiterverwendet werden. Beim Ausbau oder davor waren auch einige andere Kabel beschädigt worden, zwei sogar abgerissen.



Überdies waren da einige Leitungen mehr als erwartet aber das war besser als wenn welche gefehlt hätten. Die Warnblinkanlage würde ich umbauen, weil bei meiner Dame eine Werkswarnblinkanlage drin war.



Ansonsten war der Kabelbaum gut, die Einzelkabel zeigten keine Schwächen in der Isolierung und die Stecker ließen sich mit einem Glasfaserstift einfach reinigen.
Der Einbau ging auch ganz leicht, dafür war es ein Tort alles richtig anzuschließen. Fast 1/3 aller Kabelkennungen passte nicht. Entweder in Farbe, Geschlecht oder Größe. Mein Avatar zeigt den frohen Augenblick als nach Wochen erstmals alles Funktionierte.



Nun die Bremsen. Auf der Beifahrerseite war der äußere Bremsklotz stark abgenutzt und die Scheibe defekt.



Da die Sättel auch die vorderen Motorhalterungen darstellen, mußte dieser in der Schwebe gehalten werden um Scheiben zu wechseln und die Sättel zu überholen. Damit das Triebwerk also nicht vorn absackt, habe ich es am Getriebe mit einem Nylongurt festgezurrt.



Natürlich auch an die Handbremse gedacht und festgestellt das einer der Einstellbolzen gebrochen war. Gibt es natürlich nicht einzeln. Jetzt nicht auch gleich den Druckspeicher zu tauschen wäre sträflich. Ich entschloß mich zur Neubefüllung statt Neukauf. Bei der Gelegenheit denn auch gleich noch die defekten Kugelbolzenkappen erneuert.

Der Motorkühler war am oberen Wasserkasten sehr grün, versagte auch bei der Druckprobe, der mußte auch gemacht werden.



Den Ersatzkühler aus Holland konnte ich nicht als Ersatz verwenden. Der hatte nur zwei Reihen, die unteren Aufnahmen saßen versetzt und es fehlte die Haltenase für den Haubenaufsteller. Also erst mal schauen ob am Altteil etwas zu retten ist. Beim Kühlerbauer dann folgender Dialog:" Kannst Du das reparieren?" "Klar, muß ich von innen verlöten." "Was würde das denn kosten?" "Wenn ich den Wasserkasten abnehme geht das Netz kaputt, das ist ja schon alt." "Du kannst das also nicht reparieren?" "Doch, aber dann geht das Netz kaputt." "Ich brauche also ein neues Netz und dann kann man den Wasserkasten löten?" "Genau, da muß ich ein Netz bestellen und dann geht das." "Was meinst Du denn würde das kosten, so mit Netz und Arbeit?" "Ich muß mal rechnen......"
Ich mußte dann den Austauschkühler bei DS bestellen.

Hydraulik, Lenkung, Bremsen, Strippen, Kühlsystem, jetzt noch den Motor ans Laufen bringen und dann sollte man einmal über den Hof fahren können.
Was sich so schnell liest hatte in der Realität Monate gedauert. Daran war auch mein neues Arbeitsumfeld schuld. Statt mich um mein eigenes Projekt zu kümmern schaute ich gern bei den Anderen zu oder fasste mal mit an. Immer wieder fallen Gemeinschaftsarbeiten an und am Ende steht man auch viel herum und erzählt wechselseitig dummes Zeug. Das alles kostet Zeit, aber es bringt auch viel Spaß und man lernt exotische Dinge. Außerdem hatte ich ja gar nicht den Wunsch mich abzuhetzen.
In den Urlaub waren meine Holde und ich gewohnheitsmäßig sowieso gefahren - in dem Jahr ins Elsaß - und das Urlaubsmobil bedurfte ebenfalls ein wenig der Zuwendung.

Den Motor in Betrieb zu nehmen war vergleichsweise unkompliziert. Vergaser war gereinigt und grob eingestellt. Zum Reinigen bediene ich mich gern moderner Haushaltstechnik und kapere den Geschirrspüler. Einmal das normale Spülprogramm und danach die Maschinenpflege. Danach aber sofort trocknen und nochmals gut ausspülen und ausblasen! Die Holde bemerkt davon normalerweise nur, daß die Maschine leer ist; falls ich mich nicht durch ungeschickte Wortwahl verrate.

Den ersten neuen Kondensator hatte ich beim Versuch den Halter anzulöten gleich gehimmelt, das erste Paar Kontakte aus einer Nachfertigung war so schlecht vernietet, das die Kontakte sich nicht schließen konnten - wurden aber anstandslos gegen originale! getauscht. Ventilspiel passte, Benzin kam aus dem Kanister, weil ich dem Tank nicht traute; also los!



Erstmal ohne Zündung etwas Öldruck aufbauen. Der Anlasser drehte langsam den Motor durch, die Kontrolleuchte erlosch. Jetzt mal Kabel von Plus an die Zündspule und mit Zündung versuchen. Keine Reaktion. Vielleicht Choke? Klar! Und ein Spritzer belebenden Bremsenreiniger für den guten Start in den Tag? Auch! Wieder WijuuuWijuuuWijuuu dann erste Zündungen und schnell runder Lauf bei donnernder Geräuschkulisse. Das Flexrohr ließ doch mehr Gas raus als angenommen. Qualm gab es auch fast sofort reichlich. Das Aggregat lief dann erst mal ca 15 Minuten mit erhöhter Drehzahl und verhielt sich dabei unauffällig. Na bitte, geht doch!

Es wäre jetzt Zeit sich mal etwas um die Optik bemühen, zuerst einmal aber konnte ich sie jetzt aus eigener Kraft auf die Hebebühne kriegen und auch wieder herrunter - das würde neue Perspektiven errmöglichen.
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So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #2170

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schöne Geschichte B)
aber,sind die Pedalgummis nicht falsch rum? :silly:
weiter so
Gruß Uwe

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So war das bei meiner Dame. 4 Jahre 1 Monat her #2226

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Moin Uwe

Ja, habe ich auch schon gedacht. Eigentlich steht der Doppelwinkel Spitze nach oben. Man könnte vermuten, daß die mal getauscht und dann falsch herum eingebaut wurden, so daß man nun keine Rückschlüsse aus dem Grad der Abnutzung ziehen kann. Der Bodenbelag sieht aber auch noch prima aus und um es kurz zu machen: Ich habe mit der Vorbesitzerin telephoniert.

Das Auto war wie bereits berichtet bemerkenswert vollständig und unter den Papieren die die Frau des Verkäufers noch schnell von zu Hause holen mußte, befand sich auch die Carte Grise. Den Namen der Halterin hatte ich also und die Heimatgemeinde auch. Dort wohnte die Dame zwar nicht mehr, aber ihr Name war eher Bretonischen Ursprungs und im Perigord recht selten. Auf welchen Umwegen genau ich die richtige Adresse ermittelt habe, will ich jetzt nicht weiter ausführen, aber es hatte etwas mit den französischen "Gelben Seiten" und der Handelskammer des Departements zu tun.

Bevor ich die Nummer wählte die bereits bekannten Fakten zusammengetragen.
- In der Betriebsanleitung gab es beim Abschnitt Technische Daten: Ventilspiel einen handschriftlichen Hinweis "when hot". Pourqoui
ca bei einem französischen Auto?
- Ganz vorn ein ebenfalls handschriftlicher Vermerk "Pour Mr SSSSSSSS" was ebenfalls recht englisch klingt.
- Hinter der Türverkleidung h.l. hatte ich Visitenkarten eines Gewerbetreibenden mit dem gleichen Namen gefunden.

Meine Arbeitshypothese: Die Dame hatte das Auto ihres englischen Freundes auf ihren Namen zugelassen. Weshalb? Mal sehen. Bereits der allererste Versuch der Kontaktaufnahme war erfolgreich. Es klingelte, eine Frau nahm ab, ich stellte mich vor und fragte ob ihr die Ziffernfolge 251LV24 an einem roten Citroen etwas sagen würde. Ja, das war das Auto ihres Mannes. Ich hatte wirklich Mme QQQQQQQQQ gefunden, die Vorbesitzerin meines Wagens. Sie konnte erzählen, daß ihr Mann das Auto vom 1.Eigner gekauft hatte und dann damit gefahren wäre. Leider war ihr Partner, Monsieur SSSSSSSS unlängst Verschieden und ich hatte plötzlich Hemmungen, die Witwe weiter zu befragen. Immerhin meinte sie, daß die DSuper bestimmt keine 200K gelaufen wäre. Nun, der Verkauf an jemand anderen lag schon 15 Jahre zurück, weshalb sollte sie mich heute anschwindeln?

Soviel zunächst hinsichtlich der Spekulation über die realistische Laufleistung und zum Vorleben meiner Dame. Die Pedalgummis werde ich mal umdrehen.

cu

stefan

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