Das Thema Tanküberholung ruft immer wieder die gleichen Beschreibungen auf den Plan, nämlich Schrauben, Glassplitter, Kies o.ä. in den Tank und schütteln,
besser noch auf einen Speismischer binden! Das mag bei einem Motorradtank funktionieren, beim Autotank zumindest nicht, wenn er wie unsere Tanks aufgebaut ist.
Nun hab ich vor der beschriebenen Aktion alle Möglichkeiten durchgespielt.

Neuer Tank, oder mit Chemie entrosten, dann beschichten, usw. Dabei standen Summen im Raum, welche mir einen Tank gebracht hätten,
von dem niemand weiß, wie er wirklich von innen aussieht, oder nach ein paar Jahren aussehen wird !
Wir fahren nicht alle durchgängig und beim Stehen rostet es im Tank durch die Kondensationsfeuchte.
Selbst von einer Blindbeschichtung weiß ich nicht, ob sie überall hingekommen ist. Also wenn mein Tank zu retten ist, ok.,
wenn nicht kann ich mir immer noch einen neuen kaufen !!! Die Schüttelmethode hab ich abgebrochen, nach dem es im Tank immer leiser wurde,
je länger ich geschüttelt habe !! auch kamen die Schrauben nicht vollzählig wieder raus !!!Der Grund wird später erkennbar.
Also aufschneiden !!! ACHTUNG ! ! ! ! Vorher den Tank einmal komplett mit Wasser fluten, das verdrängt Bezindämpfe !

Bild 1 zeigt den nahe an der Originallinienschweißnaht abgeschnittenen Rand. es bleibt je Tankhälfte eine kleine waagerechte Kante,
welche später leicht im WIG-Verfahren wieder verschweißt werden kann. Im Bereich des Einfüllstutzens sieht man schon Rost, Folge von Verdunstungskühle des Benzins.


Bild 2 ist der Anblick von innen, welcher mich sehr erschreckt hat, da das Auto angeblich die letzten 10 Jahre in einer Halle gestanden haben soll.
Es zeigte sich auch ein erheblicher Unterschied des Rostangriffs zwischen Bezin- und Luftbereich.



Bild 3 erklärt schon ein bischen, warum es beim Schütteln immer leiser wurde ! Alle Schrauben versammelten sich in diesem Fach, welches im Normalbetrieb verhindert,
dass die Pumpe Luft zieht und auch bei wenig Sprit dieser hinter dem kleinen Schrägschott bleibt.


Bild 4 ist das Schlingerschott, welches den Geber vor allzu ungestümem Benzin schützt. Bei mir ist die Tankuhr aber dennoch immer leicht in Bewegung,
da dieses Schott etwas "durchlässiger" als serienmäßig ist.


Bild 5 innen und außen gestrahlt, erkenne ich das Ausmaß des Rostfraßes, besonders im ehemaligen Bereich ohne Benzin. Sehr tiefporig !
Nach ein paar mechanischen Proben (Hammer und Schraubenzieher) und dem Wissen über die Fähigkeiten von POR 15 entscheide ich: er wird weiterbenutzt !
Hier sollten die Leser, für die solche Materialeigenschaften absolut nicht mehr tragbar sind, nicht weiterlesen ! ! !


Bild 6 zeigt noch deutlicher die Schlacht zwischen Ferrit und H²O, hier fand der Angriff aber auch von 2 Seiten statt !!
Das Rohr ist nur die Führung des Ansaugschlauches, welcher bei mir sehr schwer rauszuziehen ging.
Um später beim reinschieben nicht auf halber Höhe steckenzubleiben und dadurch immer nur den halben Tank leerfahren könnte, s. Bild 7.


Bild 7 die ehemalige Schlauchführung ist nun Ansaugleitung und endet exakt in dem Filtereinsatz am Tankboden.


Bild 8 das etwas durchlässige Schlingerschott des Tankgebers. Ich hätte das erneuern können, aber auch hier wurde einiges durch POR 15 verschlossen.


Bild 9 zeigt die Tankhälften innen mit POR 15 satt (!) beschichtet. Die Randbereiche habe ich ca. 2-Fingerbreit freigelassen,
um Schweißbeeinträchtigungen und unkontrollierbare Beschädigungen der Beschichtung zu vermeiden.


Bild 10 zeigt die Schweißnaht, welche ohne Drahtzugabe gelang, da die Bleche sauber aufeinanderlagen.


Bild 11


und 12 Oh Schreck !!! Der Gewindeflansch gehört von innen rein !!! Aber etwas modifiziert tut er auch seinen Dienst.


Bild 13


und 14 weitere Schweißbereiche, u. a. im Bereich Einfüllstutzen, welcher weich eingelötet ist !!!
Da muß man vorm schweißen etwas Zinn entfernen und nachher prüfen, ob nichts undicht geworden ist.
Hier aber ist alles dicht geblieben, da der Wärmeeintrag nicht so groß war und kaum Zinn entfernt wurde.
Nach dem Schweißen habe ich ca. 0,5 Liter POR 15 so durch die Öffnung des Tankgebers in den Tank eingefüllt,
dass es durch gezieltes Drehen des Tanks innen entlang des Nahtbereichs den verbliebenen Streifen abdeckt.


Bild 15 von außen beschichtet, fertig !


Bild 16 ich hatte ein paar kleine Magnete zur Hand, und dachte mir, hier könnten sie evtl. etwas gutes tun und,
wenn auch sehr unwahrscheinlich, eisenhaltigen Schmutz aufhalten !


Bild 17 vor dem Einbau noch einen Test, D I C H T !!


Bild 18 wieder eingebaut ! Nun muß der Ansaugschlauch natürlich sehr sorgfältig angeschlossen werden, da er jetzt oben am Rohr endet.
Alle anderen Schläuche wie gehabt anschließen.
Fazit: Die Überholung hat mich an Fremdleistung nur die Sandstrahlerei, Schweißen und an Material 2-3 Dosen POR 15 gekostet.
Alles andere war Eigenleistung. Das Schweißen hätte ich auch noch selbst machen können, hatte aber grad da mal keine Zeit.
Kennen gelernt hab ich dabei meinen Tank von innen und weiß nun ganz sicher: der rostet nirgends mehr !!
Uli
der klare Schlauch wird durch ein festes Rohr bis unten in den Tank geschoben und oben mit dem kleinen Schlauch fixiert und abgedichtet (nur gegen Luftaustausch).
Das besagte Rohr geht aber nicht bis unten in den Tank, s. mein Bild 7. Wenn nun, wie schon geschehen, der klare Schlauch sich nicht bis unten durchschieben läßt,
kannst Du den Tank immer nur halb leer fahren und die Pumpe zieht immer mal wieder Luft.
Wie Du siehst, habe ich dieses Rohr bis in die unterste Position des Schlauches verlängert,
weil ich schon beim Rausziehen des klaren Schlauches ziemliche Probleme hatte und o.g. Probleme befürchtet habe.
So ist das Rohr nicht mehr nur Führung für den Schlauch, sondern Teil der Ansaugleitung.
Nun brauchte ich nur noch außen verbinden. Wenn Dein Schlauch schwer rausgeht, solltest Du zumindest für das Stück durch das Rohr fürs wieder Zusammenbauen etwas Passenderes suchen.

Uli
(uvlight)